Grundsätze unserer Pädagogik

Wir unterrichten auf Basis der Waldorfpädagogik. Die Arbeit an der Freien Schule Elztal gründet auf der Geisteswissenschaft Rudolf Steiners, der Anthroposophie, als dem Kraft- und Erkenntnisquell im Ringen um die Entwicklung ich-bewusster Seelenkräfte, welche die Entwicklung einer zeitgemäßen Pädagogik und Menschenkunde erst ermöglichen.

Schulzeit ist Reifezeit

Wir gestehen jedem Kind seine individuelle Entwicklungszeit zu und geben ihm seinen Entwicklungsraum. So findet ein Lernen mit Freude und fern von Leistungsdruck und Notenkontrolle statt. Ein Sitzenbleiben gibt es bei uns nicht.

Soziales Miteinander

Wir legen großen Wert auf ein soziales Miteinander: Kommunikation, Respekt und Achtsamkeit im täglichen Umgang haben ihr Fundament in der Klassengemeinschaft.

Natur und Bewegung

Das waldnahe Schulgelände mit seinen Bäumen, seinem Hang und seinen Bachläufen, mit seinen Spielhäusern, Balancierstangen und Schaukeln ist ein wichtiger Bestandteil im Schulalltag. Bewegung und Spiel bilden in diesem Umfeld wichtige Elemente der pädagogischen Arbeit, um die kindliche Entwicklung und Reifung der unteren Sinne (Tastsinn, Gleichgewichtssinn, Bewegungssinn), die Bausteine einer gesunden Persönlichkeit, zu fördern.

Zweimal jährlich arbeiten die Klassen gemeinsam eine Woche lang im Schulgelände und übernehmen Arbeiten wie Bäume schneiden, Laub rechen, Holz sägen, Bachläufe säubern, Beete anlegen, etc.

Epochenunterricht

Der Epochenunterricht (drei bis vier Wochen jeden Morgen die erste Doppelstunde das gleiche Fach) mit natur-, geisteswissenschaftlichen oder musischen Inhalten bietet die Möglichkeit, sich mit Unterrichtsinhalten intensiv und ganzheitlich zu verbinden. Ein Thema wird nicht nur kognitiv behandelt, sondern auch künstlerisch, erzählerisch oder praktisch aufgegriffen.

Die Schüler:innen erleben Vertiefung statt Zersplitterung. Sie können in ein Thema eintauchen, Zusammenhänge erkennen und Gedankengänge wirklich durchdringen.

 

Künstlerisch-Handwerkliche Fächer

Künstlerisch-handwerkliche Fächer schulen die Sinne, fördern Selbstwirksamkeit und werden bei uns bis in die Oberstufe unterrichtet.

Sie verbinden Denken, Fühlen und Wollen. Beim Schnitzen, Schmieden, Nähen, Malen oder Töpfern werden nicht nur Fertigkeiten erlernt, sondern auch Konzentration, Ausdauer und innere Beweglichkeit geschult.

Diese Arbeit verlangt Geduld, Genauigkeit und Durchhaltevermögen. Widerstände müssen überwunden werden, dadurch entwickeln die Schüler:innen Selbstvertrauen und die Erfahrung: Ich kann etwas gestalten und zu Ende bringen.

Gerade in höheren Klassen, wenn der Unterricht abstrakter wird, schaffen praktische Fächer einen wichtigen Ausgleich zu den kognitiven Fächern.

Eigenverantwortung

Wir fördern bei unseren Schülerinnen und Schülern die persönlichen und sozialen Kompetenzen sowie die Fähigkeit zunehmend eigenverantwortlich zu lernen und zu arbeiten. Dies wird in Form von Referaten, Vorbereitung von Unterrichtsinhalten, Projektarbeiten und Praktika erreicht.

Klassenlehrer und Klassengemeinschaft

Der Klassenlehrer, bzw. die Klassenlehrerin begleitet die Schüler:innen von Klasse 1 bis 8 über mehrere Entwicklungsphasen hinweg und gewinnen dadurch ein tiefes Verständnis für den individuellen Lern- und Entwicklungsstand jedes einzelnen Kindes. So entsteht eine enge, vertrauensvolle Beziehung zwischen Lehrperson und Schüler:innen, die von persönlicher Nähe und gegenseitigem Vertrauen geprägt ist.

Jede Klassengemeinschaft ist ein besonderer Raum, in dem die Kinder miteinander lernen, miteinander sich entwickeln, miteinander Konflikte bewältigen und Krisen bestehen. Hier lernt das Kind Toleranz und Rücksichtnahme, findet es Entwicklungsmöglichkeiten und Heilendes in schwierigen Situationen. Diese Klassengemeinschaft gibt dem Kind einen sicheren Rahmen für das Lernen.

Klassenfahrten und Exkursionen

Alle Klassen verbringen jährlich eine Klassenfahrt. In der 1. Klasse mag dies eine Übernachtung im Schulhaus sein, ab Klasse 4 eine mehrtägige Elzwanderung von der Quelle bis zum Schulhaus, eine Radtour ins Elsaß oder ein Segelkurs auf dem Schluchsee. Klassen der Oberstufe reisen auf Kunstfahrt nach Rom oder Florenz sowie im Rahmen des Politikunterrichts nach Berlin.

In der gemeinsamen Zeit stärken die Schülerinnen und Schüler ihre sozialen Kompetenzen, erleben Gemeinschaft und wachsen an gemeinsamen Abenteuern, die das Klassenklima stärken und das gegenseitige Vertrauen vertiefen. Dabei lernen sie, Verantwortung zu übernehmen – etwa beim Planen und Organisieren von Kochgruppen oder bei sportlichen Aktivitäten.

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Anmeldung & Aufnahme

„Jede Erziehung ist Selbsterziehung, und wir sind eigentlich als Lehrer und Erzieher nur die Umgebung des sich selbst erziehenden Kindes.“

Rudolf Steiner

Aus: Die pädagogische Praxis vom Gesichtspunkte geisteswissenschaftlicher Menschenkenntnis